Einblick ins Studium

Modedesign: kreatives Kulturgut und Handwerk in einem

Die großen Namen kennt jeder: Coco Chanel, Yves Saint Laurent, Alexander McQueen. Sie stehen für Glamour und Können, ihre Ideen begeistern Modeinteressierte. An ihrer Bekanntheit zeigt sich, welche kulturelle Bedeutung Modedesign hat. Auch die bekanntesten Designer mussten zunächst das Handwerkszeug lernen, bevor sie mit ihren Ideen berühmt wurden. Die HTW Berlin vermittelt solche praktischen Grundlagen ebenso wie das notwendige theoretische Hintergrundwissen.

Interview mit Sam Frenzel, Abschlussjahr 2009
 

Beruf: faszinierend, aber hart umkämpft

Wer Modedesign studieren möchte, um Modedesignerin oder Modedesigner zu werden, sollte sich nichts vormachen: Der Markt ist klein und heiß umkämpft. Die Leidenschaft für Stoffe, Schnitte und Farben und das Gefühl für Ästhetik können aber auch in angrenzenden Bereichen zum Erfolg führen. Um diese Breite an Einsatzmöglichkeiten zu gewährleisten, sind neben Design Schnittkonstruktion, Flächengestaltung und Strickdesign sowie Computertechnik, jeweils praxisnah in bestens ausgestatteten Studios vermittelt, Teil des Curriculums.

Studienplan: komplex und vielseitig

Schwerpunkt jedes Modedesign-Studiums ist selbstverständlich die Ausbildung und Förderung der Kreativität der Studierenden. An der HTW Berlin wird diese Aufgabe durch Module in Modellgestaltung, Kollektionskonzeptionierung, Modedarstellung und -präsentation, Gestaltungslehre sowie figürlichem Zeichnen erfüllt. Theoretische Grundlagen werden in Modegeschichte und Designtheorie vermittelt. Daneben gehören aber auch Fächer zum Lehrplan, die dafür sorgen, dass Mode nicht zur brotlosen Kunst wird, wie Marketing, eCommerce und Fashionmanagement. Und bei Modulen wie CAD-Fashion – also der computergestützt entworfenen Mode – zeigt sich, dass das Modedesign im 21. Jahrhundert angekommen ist.

Berufsziel: Modedesigner und mehr

Als unabhängige Modedesignerinnen und Modedesigner arbeiten nur wenige Absolventen. Das Betätigungsfeld ist so vielfältig, dass jeder seine Aufgabe finden kann. In Unternehmen setzen Modedesigner die Rahmenkonzepte der Produktmanager in Entwürfe um. Man kann als Einkäufer oder Einkäuferin, als Stylist oder Moderedakteurin arbeiten. Auch der Bereich Kostümbild für Film und Fernsehen ist ein mögliches Berufsfeld. Voraussetzungen für all diese Berufe sind eine große Portion Leidenschaft und eine Menge Biss.

Aufgabe: Kopf und Hände sind gefragt

Modedesign ist nichts, was sich ausschließlich im Hörsaal und am Computer lernen oder ausüben lässt. Damit die Studierenden von Anfang an mit der Branche im Kontakt stehen, in der sie später arbeiten werden, ist vor und während des Studiums jeweils eine 18-wöchige Praxisphase Pflicht. Im Vorpraktikum erhalten die Studienbewerberinnen und -bewerber einen ersten Eindruck von der Modebranche. Sie sollen hier nähtechnische Kenntnisse erwerben, eine wichtige Voraussetzung, um die eigenen Entwürfe im Studium umzusetzen. Im 5. Semester folgt ein Fachpraktikum, das spezifischer zum späteren Beruf hinführt.

Projekt: Die eigene Modefirma während des Studiums

In Praxisprojekten während des Studiums werden in Zusammenarbeit mit Unternehmen der Branche Kenntnisse aus dem Studium in der Praxis überprüft und angewendet. Das Modelabel 30paarhaende ist ein interdisziplinäres Studienprojekt an der HTW Berlin. Studierende aus den Fachgebieten Gestaltung, Technik und Wirtschaft haben die Möglichkeit, im Rahmen einer Übungsfirma eine Kollektion von der Idee bis zur Vermarktung zu begleiten. In jedem Semester formiert sich ein neues Studententeam, das mit professioneller Unterstützung von Kooperationspartnern aus der Wirtschaft im Studium entwickelte Konzepte in die Praxis umsetzt. Sicherlich wird nicht jeder Modedesign-Studierende Chefdesigner oder -designerin. Aber jeder Modedesign-Studierende bekommt an der HTW alles mit auf den Weg, was er für den Erfolg in diesem vielseitigen und faszinierenden Berufsfeld benötigt.

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